Texte / Presse

 


 

Die Presseartikel sind gekürzt!

Weschnitz-Blitz vom Februar 2012

Birkenauer Ortsblatt vom 02.02.2012


Neue Kunstkurse in Birkenau
„Radierkunst“ und Kreatives Zeichnen“
Der Kulturverein macht auf zwei neue Kurse von Helmut Günter Weis aufmerksam, die im Februar 2012 beginnen.
Der durch zahlreiche Gemälde-Ausstellungen in Deutschland, der Schweiz, Italien, Frankreich und Russland bekannte Künstler Helmut Günter Weis war bis zum Sommer 2011 Kunstpädagoge an der Johann-Philipp-Reis-Schule in Weinheim, 21 Jahre Fachberater für Kunst am Regierungspräsidium und 10 Jahre in der Lehrerausbildung am Lehrerseminar in Karlsruhe.
Jetzt nach seiner Pensionierung möchte er seine künstlerischen, kunsthistorischen und pädagogischen Erfahrungen an kunstinteressierte Erwachsene weitergeben.
Für das Frühjahr bietet er einen neuen Kurs in der Radierkunst sowie einen Kurs "Kreatives Zeichnen" an. Beide Kurse finden in seinem Atelier in der Goethestraße 3 in Birkenau statt.

Für die Einführung in die Radierkunst stellt der Künstler sein Equipment mit allen notwendigen Materialien zur Verfügung. Die Kursteilnehmer erlernen die traditionelle Radiertechnik und erstellen eigene Strichradierungen in Anlehnung an den wohl bedeutendsten deutschen Radierer Horst Janssen. Von den entstandenen Kupferradierungen werden Miniserien auf der Radierpresse des Künstlers in dessen Atelier erstellt.
Bei Interesse kann der Radierkurs vertiefend bis zur Aquatintaradierung und zur Farbradierung fortgeführt werden.
Der Kurs "Kreatives Zeichnen" beschäftigt sich mit der Gestaltung von themenbezogenen Blättern, die als "Kalenderblätter" komponiert werden sollen. Entstandene Bleistiftzeichnungen werden anschließend koloriert.
Jeder Kurs ist für maximal 8 Personen geplant.
Hier die ersten geplanten Termine für das Frühjahr 2012:
Radierkurs: wöchentlich dienstags von 15.00-17.00 Uhr,
Termine: 28.02., 06.03., 13.03., 20.03., 27.03.2012
Kosten: 250,00 Euro (inkl. aller Materialien)
„Kreatives Zeichnen“: wöchentlich donnerstags von 15.00-17.00 Uhr, Termine: 01.03.,08.03., 15.03., 22.03., 29.03.2012
Kosten: 200,00 Euro
Interessierte melden sich bitte unter:
06201-34153 oder mobil 0176-32828734

 

 

Weinheim/Birkenau, Weinheimer Nachrichten vom 07.10.2011

Atelierbesuch: Der Maler, Zeichner und Grafiker Helmut Günter Weis ist in seinem Ruhestand nicht Ruhelos
Die Magie des Zeichenstrichs

Von unserem Redaktionsmitglied
Jürgen Drawitsch
Weinheim/Birkenau. „Hier stimmen die Proportionen“, sagt Helmut Günter Weis. Er steht vor der Keramikstatue eines toskanischen Fischerjungen. In der Nähe von Florenz hat er sie erworben. Nun ziert sie den kleinen Garten seines Anwesens in der Birkenauer Goethestraße. Eine Holztreppe führt hinauf zum Atelier des Künstlers, wo an der Wand verschiedene  Gemälde hängen und in der Ecke eine Druckpresse für Radierungen steht.
Der Holzofen mit dem großen Sichtfenster ist an diesem warmen Spätsommertag nur Dekoration. Aber im November und Dezember, wenn Weis hier dienstags und donnerstags bis zu acht Personen beim zeichnen mit der Radiernadel über die Schulter schauen wird, wird das Feuer gemütlich flackern.

Aus Leidenschaft wird Beruf
Nicht nur bei der Radierung geht es zunächst darum, den zeichenstrich zu üben. So war es bei Helmut Günter Weis von Anfang an. „Ich habe früh gezeichnet“, erinnert er sich.Er zeichnete und malte in Kinderbücher, erfasste seine Welt mit dem Strich. Aus der Leidenschaft wurde Berufung und Beruf. Weis wurde Kunstlehrer, arbeitete bis Ende vergangenen Schuljahres an der Johann-Philipp-Reis-Schule, war zehn Jahre in der Lehrerausbildung am Lehrerseminar in Karlsruhe und 21 Jahre Fachberater für Kunst am Regierungspräsidium.
Als die Freunde und Förderer der Kultur in Weinheim im Juli bei der Verleihung ihres ersten Innovationspreises Schüler der Johann-Philipp-Reis-Schule mit einem Sonderpreis bedachten, wurde klar, dass der Ruhestand von Weis eine große Lücke im Bereich Bildende Kunst schlagen würde. Als Studiendirektor hat er Kunstausstellungen für Schüler bei der Freudenbergstiftung gestaltet, war kreativer Kopf der Safety-Kids-Aktion und bei der Entstehung des Hemsbacher-Kunstkalenders, um nur einiges zu nennen.
Seine Ausstellungsaktivitäten ruhten in den vergangenen Jahren berufsbedingt. Auch das soll im Ruhestand anders werden. Wie kam ein der Zeichnung zugewandter Künstler zu großer gestisch-expressiver Malerei wdie sie ein Bild aus der Stavropol-Reihe repräsentiert, das an der Atelierwand hängt? „Ich habe Themen für mich abgearbeitet“, erklärt Weis. Er beschäftigte sich in unterschiedlichen  Schaffensphasen mit der Landschaft, mit Architektur und der menschlichen Figur. Dabei wurde er ganz automatisch immer freier und ungegenständlicher, die Formate größer. Aber der Strich als Bildelement ist trotzdem nie verschwunden.

Erfahrungen weitergeben
Auch ab November, wenn sich die Teilnehmer der ersten Radierkurse mit ihren Themen beschäftigen, wird es zunächst um die Strichradierung gehen, ehe man sich eventuell Aquatinta oder der Farbradierung zuwenden kann.
Also bliebt Helmut Günter Weis weiterhin Lehrer? Seine künstlerischen, kunsthistorischen und pädagogischen Erfahrungen will er kunstinteressierten Erwachsenen weitergeben. Die Druckpresse steht schon bereit.

Daten zu Helmut Günter Weis

  • Helmut Günter Weis wurde 1947 in Hemsbach geboren.
  • Von 1962-65 Lehre als Klischeeätzer in Mannheim.
  • 1970-75 Studium in Mannheim mit Abschluß Diplomvolkswirt.
  • 1975-2011 Lehrer für Volks- und Betriebswirtschaftslehre und Bildende Kunst an der Johann-Philipp-Reis-Schule
  • Seit 1984 Ausstellungen u.a. in Frankreich, Italien und der Schweiz
  • Informationen zu den am 15. Und 17. November beginnenden Radierkursen uter 06201-34153 oder 0176-32828734. Weitere Infos im Internet: www.malerei-hgweis.de

 

 

 


Birkenau/Berlin, Starkenburger Echo vom 07.01.2009
Künstlerportrait von Helmut G. Weis
"Schreckensereignisse müssen verarbeitet werde", fordert Helmut Günter Weis. Das kann auf verschiedene Weise geschehen. Der Birkenauer Maler verarbeitet Katastrophen auf künstlerischer Ebene. Seine abstrakten Bilder lassen Figuren, die sozialpolitische Themen und die Gesellschaft widerspiegeln, schemenartig erkennen. Mit zwei Bildern wurde er in ganz Deutschland berühmt und wegen dieser Kunstwerke wurde er im September vergangenen Jahres zu einer Vernissage in die Räume der Amadeu-Antonio-Stiftung in Berlin eingeladen. „Braunes Schandurteil“ und „Hoyerswerda“ sind die Titel der beiden Gemälde, in denen sich der Künstler mit Rechtsradikalismus und der damit verbundenen Brutalität auseinandersetzt. Hinter den beiden Titeln stecken konkrete Geschichten. Das Bild „Braunes Schandurteil“ malte Weis 1994 anlässlich des Volksverhetzungsprozesses gegen den
Holocaust-Leugner Günter Deckert, der aus Weinheim stammt. Der Schädel in dumpfen tristen Farben lässt Rohheit, Hässlichkeit und Gewalttätigkeit erahnen. Das gleichzeitig vollendete Bild „Hoyerswerda“ beschreibt einen der ersten und brutalsten Übergriffe Rechtsradikaler auf Asylbewerber. Zwei rote Glatzen vermitteln Aggressivität und Angst.

„Mich bewegen sozialpolitische Themen“, verrät der Birkenauer Künstler im Gespräch mit dem ECHO. „Besonders das Thema Rechtsradikalismus interessiert mich. Wir dürfen nicht einfach zusehen, sondern müssen etwas dagegen unternehmen“, fordert er. Die beiden Bilder gaben den Ausschlag für die Einladung zu der Ausstellung in Berlin. Gastgeber war die Amadeu-Stiftung, die sich mit verschiedenen Projekten und Initiativen gegen rechte Gewalt stark macht. Namensgeber der Stiftung ist Amadeu Antonio Kiowa aus Angola, der in der Nacht vom 24. auf den 25. November 1990 von einer Gruppe mit etwa 50 rechtsextremen Jugendlichen mit Baseballschlägern durch Eberswalde in Brandenburg gejagt und brutal niedergeknüppelt wurde. Kiowa starb zwei Wochen nach dem Angriff an den Folgen seiner schweren Verletzungen. In den Räumen der Stiftung in Berlin zeigte Helmut Günter Weis den Zyklus „Messages“ mit verschiedenen Malereien und Grafiken. Die Eröffnungsrede übernahm der erste parlamentarische Geschäftsführer und menschenrechtspolitische Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen im Bundestag, Volker Beck. Ein Drittel des Verkaufserlöses der Bilder stellte der Künstler der Arbeit der Amadeu-Antonio-Stiftung zur Verfügung.

Ebenso interessant wie sein Engagement im gesellschaftlichen und politischen Bereich ist der Werdegang des Künstlers. Helmut Günter Weis wurde 1947 in Hemsbach geboren, 1965 absolvierte er eine grafische Lehre. Später studierte er Volkswirtschaftslehre in Mannheim und schloss als Diplomvolkswirt das Studium ab. Er ist verheiratet und hat zwei Adoptivkinder. Derzeit ist Helmut Günter Weis Studiendirektor an der Johann-Philipp-Reis-Schule in Weinheim.

In einem privaten Atelier in Birkenau fertigt der Künstler seine Arbeiten. Dabei bedient er sich zahlreicher Techniken. Dazu gehören Mischtechniken auf Leinwand oder Papier. Seinen Materialcollagen verleiht er überwiegend mit Naturmaterialien eine reliefartige Oberfläche. Am liebsten arbeitet Weis zu klassischer Musik, wobei er schnell und zügig seine Vorstellungen auf Papier beziehungsweise Leinwand bringt. „Jeder falsche Strich kann ein Bild zerstören“, kommentiert der stets selbstkritische Künstler seine Bilder. Auch Drucke von Stein- und Aluminiumplatten oder Radierungen fertigt er nach wie vor an, womit er gewissermaßen seinen grafischen Wurzeln treu bleibt. Bei der Farbgebung übt sich der Maler eher in Zurückhaltung, kräftige Farben dienen stattdessen zur Akzentuierung. In seinen abstrakten Bildern lassen sich immer auch Formen finden. Seinen thematischen Bildern gibt Weis Titel, so dass dem Betrachter ein Weg zur Interpretation vorgegeben wird. Helmut Günter Weis' Stil wurde von den Hauptvertretern der informellen Malerei geprägt. Derzeit sind die Werke des Künstlers in einer beeindruckenden Ausstellung in der Carlebachmühle in Birkenau zu bewundern. Dort stellt er die Zyklen „Stavropol“ und „Medici“ aus. In „Stavropol“ verarbeitet Weis die Eindrücke einer Reise in den Kaukasus. Zu sehen sind abstrakte Pferdebilder, die vor allem durch bewusste erdige Farbsetzung und Materialien wie Lehm und Stroh hervorstechen. Im Zyklus „Medici“ wendet sich Weis der gegenständlichen Malerei zu. „Viele berühmte, abstrakte Künstler haben sich in ihrer Laufbahn immer wieder überprüft, ob sie auch realistisch malen können. Dies hat auch mich interessiert“, erklärt Weis. Während einer Studienreise mit Schülern nach Florenz beschäftigte er sich umfassend mit der Familie Medici, was ihn dazu motivierte, eine Serie mit naturgetreuen Porträts der aus der Zeit der Hochrenaissance bekannten Familie anzufertigen. In seinen Bildern versucht er vor allem, die individuellen Charaktere der dargestellten Figuren herauszuarbeiten.


Weinheimer Nachrichten vom 03. 12. 2008
Helmut Weis präsentiert einige seiner Werke in der Carlebach-Mühle in Birkenau - Bilder, die sowohl verbergen, als auch offenbaren
Galerist Kurt Möllers hatte zur Vernissage geladen, um eine Ausstellung zu eröffnen, die Licht auf zwei Seiten des Malers wirft: Erstens seine gewöhnlich ungewöhnliche Seite, zweitens aber auch eine ungewöhnlich gewöhnliche. Zum einen waren da die großformatigen Werke des Künstlers im für ihn typischen informellen Stil. Diese verbergen ihre Inhalte, verstecken sie hinter Symbolik, Farbe, Material und Technik. Es waren die für Weis typischen Bilder, deren Betrachtung zu einer Entdeckungsreise in inspirierende Erlebnisse ihres Schöpfers laden. Bilder, die zum aktiven Betrachten auffordern, bei denen es manchmal die Farbe ist, dann wieder Linien, Strukturen oder belanglos erscheinende Symbole, die Hinweise auf Bedeutung tragen. Werke, für die man Zeit braucht.

Zum anderen gab es für die sehr zahlreichen Besucher der Vernissage einen Bilder-Zyklus von überraschender Deutlichkeit: Porträt-Darstellungen von berühmten Personen aus der italienischen Renaissance in Frescotechnik auf Marmorputz gearbeitet. Ein Gegensatz? Ja und Nein zugleich:, ja, weil es sich bei den Porträts um gegenständliche Zeichnungen von Personen handelt, Personen aus dem Dunstkreis der mächtigen Familie Medici, die im Zeitalter der Höchrenaissance im Florenz des 15. und 16. Jahrhunderts auch große Förderer der Künste waren. Inhalte also, die sich auf den ersten Blick gleich zu erschließen scheinen, Bilder, die nicht viel zu verbergen haben. Und Nein, weil Weis auch bei diesen Schöpfungen seiner Arbeitsweise treu geblieben ist. "Die Intention dieser Porträts liegt im emotionalen Erfassen der Charaktere der abgebildeten Persönlichkeiten", sagte der Maler und wies darauf hin, dass auch wie bei seinen anderen Zyklen das eigene Erleben Grundlage des Schaffensprozesses war.
Die Vernissage fand großen Anklang und der Künstler war mit der Resonanz des "sehr interessierten" Publikums äußerst zufrieden: "Ich fand es überwältigend. Es sind sehr viele Gespräche entstanden, bestimmt auch verursacht durch die sphärische Mystik der Werke."

Berlin, Mut gegen rechte Gewalt, Amadeu Antonio Stiftung; 05.09.2008
Saloneröffnung mit Volker Beck: Seit dem 3. September ist in den Ausstellungsräumen der Amadeu Antonio Stiftung die Ausstellung „Messages“ von Helmut Günter Weis zu sehen.
Die Eröffnungsrede hielt der Menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, Volker Beck. In seiner Eröffnungsrede sprach der erste parlamentarische Geschäftsführer und menschenrechtspolitische Sprecher der Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen im Bundestag davon, Volker Beck, erster parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen bei der Eröffnungsrede zur Ausstellungdass die Kunst helfe, "geistige Barrieren aufzubrechen", indem sie Vielfalt und Individualität in ihren Mittelpunkt rücke. "Die Vielfalt der Mittel, die die Arbeit der Amadeu Antonio Stiftung prägt", imponiere ihm. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sei "mit traditionellem Antifaschismus alleine nicht zu bekämpfen". Wichtig sei es stattdessen, eine Gegenkultur der Vielfalt zu schaffen, wie es der Maler Helmut Günter Weis mit seinen Bildern tut.

Im Künstlergespräch zwischen Helmut Günter Weis und Kurator Reinhold Weinmann wurden die Hintergründe der Werke erläutert. Die eher abstrakten Gemälde von Weis leben von starken hell-dunklen Gegensätzen und lassen viel Interpretationsspielraum: "Sie atmen im Morbiden und Verlöschenden das Aufbegehren des Lebens. Sie atmen das Leben", schreibt die Kunsthistorikerin Aloisia Föllmer über Weis. Dieser scheut sich keineswegs, in seinen Bildern und Bildtiteln Stellung zu gesellschaftlichen Themen und sozialpolitischen Gegebenheiten zu nehmen. Zuvor hatten Ida Schildhauer vom Kreis der Freunde und Förderer und Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, die Gäste begrüßt. 
Die Ausstellung in Berlin-Mitte ist bis Mitte Oktober 2008 in den Räumen der Stiftung zu sehen. Ein Drittel des Verkaufserlöses kommt der Amadeu Antonio Stiftung zugute. 

Friedolin/Glarus/Schweiz vom 05.07.2007
Die Künstler Streiff und Weis stellen Bilder in der Glarner Kantonalbank aus:
Extreme Werke berühren sich
Unterschiedlicher könnten die ausgestellten Werke wirklich nicht sein! Einerseits zarte, filigrane Bleistift- oder Tuschzeichnungen von Hansruedi Streiff und als Kontrast dazu grossformatige, monumentale Exponate von Helmut Günter Weis.
Kurt Müller, Leiter Strategie und Marktentwicklung der Glarner Kantonalbank, hiess die Vernissage-Gäste willkommen und stellte die beiden Künstler vor: zum einen den einheimischen Zeichner Hansruedi Streiff, der sein Werk bescheiden «Hobby» nennt - zum andern Helmut Günter Weis, der in Deutschland lebt und schon viele Ausstellungen, Publikationen und Ankäufe für Sammlungen auf seinem Erfolgsblatt verzeichnen kann. Ein Willkommensgruss ging auch an die beiden Musiker, Peter Brandenberger und Jean Louis Heinzer, welche mit Gitarrenklängen und Gesang den musikalischen Rahmen legten.

Man mag sich fragen, wieso gerade die beiden so unterschiedlichen Künstler ihre Werke gemeinsam ausstellen. Kaspar Marti, Präsident des Kunstvereins Glarus, löste das Rätsel in seiner Laudatio auf. Die Familie Streiff, die in Elm zu Hause ist und die in Deutschland lebende Familie Weis, die in Elm ein Ferienhaus besitzt, lernten sich vor mehr als dreissig Jahren kennen. Gerade in der Verschiedenheit von Motivation und Laufbahn ist die gegenseitige Toleranz und Anerkennung der beiden Künstler begründet.
Bei den Zeichnungen von Hansruedi Streiff weiss der Betrachter sofort woran er ist. Es sind die vertrauten Dörfer, Weiler und Berge des Glarnerlandes. Die kleinen, liebevoll hervorgehobenen Details vermitteln Nähe, und sind doch nie einfach fotografische Wiedergabe einer Situation. Hansruedi Streiff versteht es, das Wichtige festzuhalten und das Nebensächliche wegzulassen.

Ganz anders die Werke von Helmut Günter Weis. Diese sind vielschichtig, im wahrsten Sinn des Wortes. Auf verschiedensten Materialien gemalt, auf Holz, Leinwand, Papier oder Pappe, oft übereinandergelegt und die Farbe wieder weggekratzt. Weis verarbeitet aktuelle Themen, er arbeitet sich von der Seele, was ihn beschäftigt. Die Werke sind kraftvoll und ausdrucksstark und regen zum Nachdenken an.
Dass von beiden Künstlern nur wenige ganz neue Bilder zu sehen sind, hat unterschiedliche Gründe: Hansruedi Streiff fehlt im Moment berufsbedingt die nötige Zeit zum Zeichnen – Helmut Günter Weis neueste Werke sind so grossformatig, dass ein Transport von seinem Atelier in Deutschland nach Glarus zu aufwändig gewesen wäre.

Weinheimer Nachrichten vom 23.03.2005
Was moderne Kunst zu bewirken vermag
Kunst im Doppelpack: Gelungene Verbindung von Theater und Malerei in der Stadthalle

(groe) Was kann Kunst ausrichten? Gefühle erzeugen. Zuallererst beim Künstler selbst, um einer Idee auf Leinwand überhaupt erst Gestalt zu geben. Und dann beim Betrachter, der das Ergebnis bewertet: Entweder Begeisterung oder Ablehnung oder Desinteresse.

Für Helmut G. Weis spielen Emotionen eine entscheidende Rolle. Mal empfindet er Freude, mal Wut-je nachdem, mit welchem aktuellen Thema er sich beschäftigt. Wenn seine (Miss-)Stimmung den Grad erreicht hat, kreative Kräfte freizusetzen, dann macht sich der Birkenauer an die Arbeit. Auf Holz oder Leinwand trägt er Pappe mit einem Spezialkleber auf und formt plastische Schichten heraus. Einen Pinsel nimmt Weis nicht zur Hand, sondern einen Lappen: „Es ist eine raue, gewalttätige Bearbeitung", erklärt der Künstler. Mit Farben geht er ebenso sparsam um: „Von mir gibt es selten bunte Bilder." Gerade in der Farbreduktion liegt laut Weis die Authentizität. Und wenn er sich über (kommunal)politische Schönmalerei arg geärgert hat, entstehen ganze Zyklen, mit Kreuzen als immer wiederkehrendes Symbol seiner Arbeiten.

Am Montagabend fand in der Weinheimer Stadthalle die Eröffnung seiner neuen Werkschau statt. Alle Stücke entstanden Anfang dieses Jahres und tragen Titel wie „Frau Krauspers Gefühl für Prosperität", „Kommunale Kulturpolitik" oder schlicht „Vollkommenheit", mit Verweis an die vollkommenen Formen der Renaissance.
Für sich war die Vernissage bereits ein abendfüllendes Kulturevent. Die Kunsthistorikerin Aloisia Föllmer nutzte ihre Einführung zum Werkverständnis jedoch immer wieder zum Brückenschlag zwischen Weis' Arbeit und dem Theaterstück „Kunst" von Yasmina Reza, das im Anschluss vom Ensemble der „Kultur-Tank­stelle Schwäbisch Gmünd" nebenan auf der Studiobühne gezeigt wurde.

Seit Ausstellungsbeginn präsentierte sich bereits der „Hauptdarsteller“ in seiner ganzen Pracht von 160 x 120 Meter Fläche: „Weiß" sein Name, Mischtechnik seine Ausführung. Denn der Preis für dieses Stück moderne Kunst ist Auslöser für eine Auseinandersetzung über Kunst und Freundschaft und vor allem über die Erwartung an beides. Denn dieses scheinbar emotionslos weiße Bild mit sanften Querstreifen allein vermochte die langjährige Freundschaft dreier Männer auf eine harte Probe zu stellen.
Serge (Yves Grimmler) kannten die Ausstellungsbesucher bereits vor Theaterbeginn. Er äußerte lautstark sein Interesse an der weißen Kunst, immerhin ein echter Weis (im Theaterstück ein Antrios) aus den 70er Jahren und bekam für
200 000 Francs den Zuschlag. Sein Freund Marc (Alexey Boris) ist von dem Preis alles andere als begeistert: „Zwanzig Riesen für diese weiße Scheiße“. Der Dritte im Bund, Yvan (Rino Galiano), versucht sich zwar in der undankbaren Schlichterrolle, hat aber privat schon genügend Probleme. Er bringt das Ganze auf den Punkt: „Wie hoch ist der Maler notiert?", und eröffnet damit einen aberwitzigen Diskurs über Kunstverständnis, der zwei Stunden lang mit ästhetisch-philosophischen Pseudo-Argumenten geführt, aber auch mit Fäusten ausgetragen wird. Am Ende leistet Serge einen beeindruckenden Freundschaftsdienst. Er lässt Marc auf seinem teuren Antrios einen Skifahrer zeichnen, nicht ohne zu wissen, dass man den Farbstift anschließend wieder abwischen kann. Doch der Zweck heiligt die Mittel. Auch wenn keiner der beiden seine Haltung zum Kunstverständnis überdenkt, so konnte wenigstens eine Männerfreundschaft gerettet werden. „Kunst" ist eine Komödie mit Tiefgang, die viel Zwischenmenschliches offenbart. Verständlich, warum Yasmina Reza derzeit zu den weltweit am meisten gespielten Theaterautorinnen gehört. Ausgezeichnet war auch das schauspielerische Zusammenspiel der Drei von der „KulturTankstelle" unter der Regie von Udo Schoen. Alexej Boris spielte den kunstfeindlichen Berserker so beeindruckend glaubwürdig, dass einem Angst und Bange werden konnte. Yves Grimmler gelang ein in seinem Kunstsinn gekränkter Vermögender, der sich nicht nur teure Bilder, sondern auch elitäre Problemchen leisten kann. Besonders Rino Galiano schauspielerte sich mit seinem schmalbrüstig, hilflos wirkenden Yvan mit Psychiater-Neurose zum Publikumsliebling.

Mannheimer Morgen vom 10.03.2005
Kultur im Doppelpack
Vernissage in Foyer der Stadthalle, Komödie auf Studiobühne

Weinheim
Das hat es in Weinheim noch nicht gegeben: Ausstellungsbesucher kommen zur Vernissage, genießen qualität­volle Kunst und wechseln im weiteren Ver­laufe des Abends ins Theater, genauer ge­sagt in die Studiobühne der Stadthalle. Möglich macht das alles ein Projekt des Kulturbüros der Stadt, für das Gunnar Fuchs den in Weinheim arbeitenden Bir­kenauer Künstler Helmut Günter Weis und die „Kunsttankstelle" Schwäbisch Gmünd gewinnen konnte. „Einmal kommen -zweimal Kunst" lautet somit am Montag, 21. März, um 19 Uhr die Devise. .
Zunächst wird Helmut Günter Weis im Foyer der großen Stadthalle neue, großfor­matige Werke präsentieren, wobei Kunst­historikerin Aloisia Föllmer die Aufgabe übernehmen wird, in die von stark gesti­scher Abstraktion geprägte Kunst des Ma­lers einzuführen. Jürgen Treusch wird die Vernissage mit Gitarrenmusik umrahmen. Bei der Vorstellung des außergewöhnlichen Kultur-Ereignisses wies der Künstler da­rauf hin, dass er nahezu ausschließlich neue Bilder zeigen wird, und weil Helmut Günter Weis das große Format bevorzugt, wird er das weiträumige Forum, das ihm die Stadthalle bietet, auch zu nutzen wissen.
Es wird an diesem Abend etwas Verbindendes zwischen der Kunstausstellung und dem anschließenden Theaterereignis geben, das um 20 Uhr auf der Studiobühne beginnt. Aufgeführt wird das Stück „Kunst" aus der Feder der Erfolgsautorin Yasmina Reza, die für einen tiefgreifenden und schneidenden Humor in ihren Stücken bekannt ist. Die Kulturtankstelle Schwäbisch Gmünd hat unter Regisseur Udo Schoen das Stück mit den Schauspielern Alexej Boris, Rino Galiano und Yves Grimmler einstudiert. Im Zentrum des Bühnengeschehens wird ebenfalls ein Bild stehen. Es wird um Kunstgeschmack, aber auch um eine Drei-Freunde-Beziehung gehen, wie Udo Schoen - beim Pressege­spräch telefonisch zugeschaltet - wissen ließ. Bis zur Aufführung will der erkrankte Regisseur wieder dabei sein können.
Über die doppelte Bühnenrealität und über das Cross-Over von Kunstausstellung und Theater freuen sich Kulturbüro-Leiter Gunnar Fuchs ebenso wie Roland Kern, der für Kommunikation und Öffentlich­keitsarbeit in der Weinheimer Verwaltung zuständige Fachmann.
An der Qualität von Kunst und Schau­spiel kann kaum gezweifelt werden. In den 16 Originalen von Helmut Günter Weis stecken jahrelange künstlerische Entwickungen. Udo Schoen kann unter anderen auf elf Intendantenjahre am Theater der Stadt Ahlen und auf 183 von ihm inszenierten Stücke verweisen. Eine künstlerische Kombination wie sie am 21. März ab 19 Uhr in der Weinheimer Stadthalle über die Bühne geht, ist aber auch für Ihn spannendes Neuland.

Scala-Kultur im Rhein-Neckar-Dreieck vom März 2005
"einmal kommen - 2 x kunst"

Unter diesem Motto veranstaltet das Weinheimer Kulturbüro heute ein vielversprechendes Cross- over. Der Künstler Helmut G. Weis präsentiert seine neuen großformatigen Werke im Foyer der Stadthalle, Aloisia Föllmer, Kunsthistorikerin, führt in die Werke ein und Jürgen Treusch umrahmt die Vernissage mit Gitarrenmusik. Dabei gilt ein Gast bereits jetzt als sicher: Serge, einer der Protagonisten des Theaterstücks "Kunst" von Yasmina Reza, wird auf der Vernissage ein weißes Bild kaufen. Eben dieses Bild treibt dann bei der Theateraufführung auf der Studiobühne drei Freunde ineine Krise. Denn über das, was Kunst ist, lässt sich bekanntlich sehr kontrovers streiten. Schließlich geht es aber gar nicht mehr um das gekaufte Bild oder um die Frage, was Kunst ist, sondern um das Bild, das jeder der drei Freunde sich von den anderen macht und das nun in Frage gestllt wird…Mit dabei sind die Schauspieler der KulturTankstelle Schwäbisch Gmünd (u.a. „Fread o´clock“-‚Aktivist Rino Galiano, im Bild rechts unter der Regie von Udo Schoen.

Weinheimer Nachrichten vom 19.06.2003
„Gomorrha" als Zeichen für Neubeginn
Meditations-Gottesdienst setzt Dialog von Kunst und Kirche fort

Lützelsachsen, (dra) Der Gruppe „Kunst und Kirche" des evangelischen Gemeinde­bauvereins Lützelsachsen waren in der Vergangenheit bereits große Erfolge mit Meditations-Gottesdiensten beschieden. Als Bilder von Horst Busse oder dem Documenta-Künstler Thom Barth einer eingehenden Betrachtung in einer Mi­schung aus Liturgie, Kunstkritik und Mu­sik unterzogen wurden, gingen die Besu­cher im vollbesetzten Gotteshaus stets be­reichert nach Hause.
Das ermutigt nun zu einem weiteren Dialog zwischen Kunst und Kirche. Im Zentrum des nächsten Meditationsgottesdiens­tes am Sonntag, 27. Juli, 9.30 Uhr steht ein Werk aus der Bilderserie „Gomorrha" von Helmut Günter Weis.
Der Maler aus Birkenau, von Beruf Lehrer an der Johann-Philipp-Reis-Schule in Weinheim, beschäftigt sich schon über einen längeren Zeitraum auf expressive und ungegenständliche Weise mit Themen des Lebens. Politische und religiöse Fragen verbindet er mit persönlichen Eindrücken und erreicht dabei immer wieder Bilder voller Transzendenz und von starker Symbolik.
Wenn sich Helmut Günter Weis beispielsweise mit dem alttestamentlichen Thema Sodom und Gomorrha, in diesem Fall schwerpunktmäßig mit Gomorrha beschäftigt, spricht er einerseits Zerstörung, andererseits aber auch die Chance der Veränderung und des Neubeginns an, die in der  Zerstörung selbst liegt. Statt einer Predigt werden während des Meditationsgottesdienstes Pfarrerin Nicola Friedrich und Kunsthistorikerin Aloisia Föllmer die großen inneren Spannungen ansprechen, die dem Betrachter in den Werzesse werden in Gang gesetzt, die Freiheit für eigene Gedanken wird gewahrt. Dazu gibt es meditative Musik von Uli Kammerer (Saxophon) und Harald Fath (Orgel).
Begleitend zum Meditationsgottesdienst ist eine kleine Sonderausstellung mit Werken von Helmut Günter Weis im Gemeindesaal in der Kurpfalzstraße zu sehen.

Weinheimer Nachrichten vom 30.07.2003
Im Spannungsfeld von Zerstörung und Hoffnung auf Neubeginn
Meditationsgottesdienst in der evangelischen Kirche Lützelsachsen / Ein Werk von Helmut Günter Weis im Mittelpunkt

(dbu) Der Dialog zwischen Kunst und Kirche in der evangelischen Kirchengemeinde Lützelsachsen hält an. Am Sonntag fand das engagierte Vorhaben des evangelischen Gemeindebauvereins mit einem weiteren Meditationsgottesdienst seine Fortsetzung. Im Mittelpunkt des außergewöhnlichen Gottesdienstes stand diesmal ein Werk des Birkenauer Künstlers Helmut Günter Weis mit dem Titel „Gomorrha".
1998 entstanden, entstammt es einem Bilderzyklus, der sich mit existentiellen Fragen befasst und diese in emotional gesteuerte, abstrakte Farbgesten übersetzt. Pfarrerin Nicola Friedrich und Kunsthistorikerin Aloisia Föllmer nahmen das Bild zum Anlass, Grenzsituationen des Lebens zu befragen, ja die Polarität der menschlichen Existenz zwischen Leben und Tod als spannungsvolles Neben- und Miteinander zu begreifen. Musikalisch unterstützt wurden sie dabei von Harald Fath an der Orgel und Uli Kammerer, der seinem Saxophon eine ganz eigene und faszinierende Interpretation des Kunstwerkes entlockte.
Überhaupt wurde der Dialog zwischen Kunst und Kirche diesmal ganz wörtlich genommen, denn die Gottesdienstbesucher waren aufgefordert - nicht still für sich - sondern im gemeinsamen Austausch ihre Gedanken und Assoziationen zu äußern. Die Geschichte Gomorrhas (1. Mose 18, 20 -23) ist die Geschichte einer Zerstörung mit universeller und symbolischer Aussagekraft. Dem Künstler Helmut G. Weis ist es gelungen, genau diese Bedeutungsdimension in die Sprache einer abstrakten Malerei zu übertragen. Erdige Brauntöne verteilen sich scheinbar chaotisch über das Bildformat, als Flächen, Pinselzüge und in auseinander stiebenden Spritzern. Dazwischen öffnen sich helle, lichte Zonen, aber auch dunkle, schwarze Linien durchzucken die Komposition. Sie begrenzen und markieren einzelne Bildzonen und geben
der inneren Haltung einen entschiedenen, ganz und gar direkten Ausdruck. „Ich male, wie ich erlebe", sagt Helmut G. Weis und das wiederum teilt sich dem Betrachter mit. Er erkennt die im aufgetragenen Rauputz eingeritzten Spuren als Verletzungen und auch die Unruhe der Oberfläche, die die eingefügte Wellpappe erzeugt, nimmt er wahr. Hier wurde offenbar der Moment einer katastrophalen Zerstörung im Bild festgehalten.
Dies sei kein frommes Bild, kommentierte Pfarrerin Nicola Friedrich, sondern bedrohlich und aufwühlend. Ähnlich erlebten es die Gottesdienstbesucher. Ihre Assoziationen kreisten um Begriffe wie verbrannte Mauern, Ascheregen, Tod und Begrenzung. Eine historische Parallele zur Zerstörung Hamburgs unter dem Code-Namen „Gomorrha" im Zweiten Weltkrieg wurde gezogen und ein anderer Besucher entdeckte in den unregelmäßigen Farbflächen geografische Bezüge zu aktuellen Konfliktherden in der Welt. Aber immer wieder kam auch die Hoffnung zur Sprache, ausgedrückt in den hellen Farbaufbrüchen im Bild. Auferstehung, Leben, Ewiges Licht hieß es da und ein kleiner Junge sah in den Flächenformationen die Gestalt einer alten, strickenden Frau - auch das ein Hoffnungszeichen. In jedem Falle erlebte man den Meditationsgottesdienst erneut als Bereicherung und Anregung - und nicht zuletzt als Ermutigung, den Dialog zwischen Kunst und Kirche weiterzuführen.

Weinheimer Nachreichten vom 12.02.2003
Sichtbare Spuren der kulturellen Arbeit
Kultur- und Verkehrsverein übergibt Kunstwerke als Dauerleihgabe an die Gemeinde

Birkenau. (MC) Normalerweise beschäftigt sich der Kultur- und Verkehrsverein Birkenau überwiegend damit, Ausstellungen und Vorträge zu organisieren oder Kurse anzubieten. Doch nun stand eine echte Premiere im Veranstaltungskalender. Erstmals hat der Verein nämlich Kunstwerke aufgekauft und sie der Gemeinde als Dauerleih­gabe überlassen. Damit sind sie einer brei­ten Öffentlichkeit zugänglich. Ab sofort sind im ersten Obergeschoss des „Alten Bathauses" eine Bronzestatue von Hannes Helmke sowie zwei Bilder von Helmut Günter Weis zu sehen. Beide haben übrigens ihre ganz bestimmte Beziehung zu Birkenau. Doch dazu später mehr.
Der Entschluss des Vereins fiel bereits vor einigen Jahren - noch unter der alten Vorstandsriege. Albert Kanz, Bürgermeister a.D. und Vorsitzender des Kultur- und Verkehrs Vereins, hatte die Entwicklung schließlich weiter vorangetrieben und „heute sind wir froh, dass unser Verein sichtbare Spuren seiner kulturellen Arbeit in der Gemeinde hinterlassen kann", erläuterte Kunsthistorikerin und Vorstandsmitglied Aloisia Föllmer im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Rathaus.
Mit der offiziellen Übergabe vor zahlreichen Gemeindevertretern und verschiedenen Bürgermeisterkandidaten wurde außerdem ein Anfang gemacht, „dass Werke von Hannes Helmke und Helmut Günter Weis in den Alltag dieser Gemeinde integriert werden", so die Expertin weiter. Auch Traudel Kober, Erste Beigeordnete der Gemeinde, sieht das ähnlich. „Die Besucher im Rathaus erhalten so einen kleinen Einblick in die Arbeit der Künstler." Im Gegensatz zu dekorativen, fabrikmäßig hergestellten Gegenständen sieht Föllmer die Kunstwerke als Resultate kreativer Prozesse. Ferner seien sie keine zweckgebundenen Gegenstände, sondern Werke der freien Kunst, die ihren Wert durch sich selbst haben. „Sie verkörpern Ideen und ermöglichen neue ästhetische Erfahrungen und Einsichten", sagte Föllmer weiter. Mit Spannung erwarteten die Gäste der Feierstunde schließlich die Statements der beiden Künstler. Hannes Helmke, 1967 in Hei­delberg geboren, absolvierte eine dreijährige Holzbildhauerlehre an der Fachschule für Holz und elfenbeinverarbeitendes Handwerk in Michelstadt. Nach einem zweijährigen Studium der Innenarchitektur an der FH Darmstadt folgte ein vierjähriges Studium der Bildhauerei an der Alanus-Hochschule Alfter.
Noch während seines Studiums gewann Helmke, der seine gesamte Kindheit in Birkenau verbrachte und noch zahlreiche Kontakte in seine Heimat pflegt, 1997 einen Studentenwettbewerb für Innenhofgestaltung eines Wohn- und Geschäftskomplexes in Köln; fertigte dafür überlebensgroße Statuen aus Bronze an. Seit 1998 lebt und arbeitet Helmke in Köln. Seinen dünnen Figuren, die er in aufwändigen Arbeitsschritten formt und erarbeitet, will er vor allem einen seelischen Ausdruck verleihen. „Die großen Füße sollen verdeutlichen, dass wir Menschen geerdet und fest mit unserer Erde verwurzelt sind", erklärt Helmke selbst. Nicht alle können damit gleich etwas anfangen, so zitiert er dabei gerne seine Großmutter mit den Worten: „Machst du immer noch die dünnen Männer?"

Helmut Günter Weis ist gebürtiger Hemsbacher, lebt aber seit vielen Jahren in Birkenau. Weis hat eine dreijährige Lehre als Klischeeätzer hinter sich. Dem fünfjährigen Studium an der Uni Mannheim folgte der Abschluss des Diplomvolkswirts. Mittlerweile ist Weis Studiendirektor für Volks- und Betriebswirtschaftslehre und Bildende Kunst an der Johann-Philipp-Schule in Weinheim und hat bereits einige Ausstellungen in seiner Vita stehen. Die beiden Bilder, die der Kunst- und Verkehrsverein jetzt von ihm erworben hat, sind jeweils Teil einer Serie. Mit einer ihm ganz eigenen Technik findet durch das Aufbringen von Fließestrich e­ne Reduktion auf das Abstrakte statt. Kratzer, die in Form von Linien auf einer Holz-Tischler-Platte aufgebracht sind, sind durchaus beabsichtigt „und sollen das Kunstpublikum zum Anfassen bewegen", erklärt Weis. Vor allem Quadrate spielen bei dem Autodidakten eine große Rolle.
Mathilde Haak, zweite Vorsitzende des Vereins, hatte sichtlich Spaß an der Veranstaltung, vergaß aber auch nicht die Verdienste des erkrankten Vorsitzenden Albert Kanz in dieser Angelegenheit zu würdigen. Stellvertretend für ihn nahm Brigitte Kanz den Dank und die besten Genesungswünsche für ihren Mann entgegen. Mehr Infos zu den beiden Künstlern gibt es im Internet unter www.hannes-helmke.de oder www.kunsfoerderverein.de

Mannheimer Morgen 18.06.2002
Gelebtes Leben auf die Leinwand gebracht
Neckarstadt: Finissage der Helmut G. Weis Kunstaustellung in der Schofeld-Werkstatt


Die hellen, offenen 'Ausstellungsräumen der Bilderrahmen Werkstatt von Gabriele Schofeld in der Pflügersgrundstraße 15 sind genau der richtige Ort für die eigenwilligen, dynamischen Werke des Künstlers Helmut G. Weis. Der Weinheimer Studiendirektor für Volks- und Betriebswirtschaftslehre und Bildende Kunst an der Johannes-Philipp-Reis-Schule bezeichnet seine Werke selbst als Materialbilder. Bilder, die Grafisches mit Malerischem vereinigen und die unterschiedlichsten Materialien miteinander verbinden.
So findet der Betrachter in Weis Bilderserie „Stavropol", benannt nach einer kaukasischen Stadt, die für ihre Züchtung von edlen Rennpferden bekannt ist, alle möglichen Materialien wieder, die etwas mit Pferden zu tun haben. Stroh, Pferdegurte, eine Pferdedecke und sogar Hufnägel hat Weis in diese Serie eingearbeitet. Weis durchsetzt seine gewaltigen Materialcollagen mit Estrich, den er in einem aufwändigen Prozess auf die Bildoberfläche einarbeitet.
Weis hat eine Vorliebe für warme, erdige Brauntöne, er hält meist eine monochrome Farbrichtung ein. Die Materialien sind „Fundstücke" sagt Weis, die er meist aus einem seiner Urlaube mitbringt. So ist das Werk „Guanchen" ein nachempfundenes Höhlendokument, das auf das Leben der Ureinwohner Teneriffas aufmerksam machen soll. In diesem Werk hat Weis, die Teneriffa typischen Tuffsteine eingearbeitet; Und immer wieder finden sich in Weis Bilder grafische Elemente; kalligraphische Linienschwünge, hieroglyphische Zeichen und konkrete Schriftzüge. Die Kratzspuren, die impulsiven Linien und die, teilweise auch zufällig entstandenen Farbtropfen bringen Spannung und Dynamik in die Bilder.
Er sagt, sein Anliegen sei es „gelebtes Leben in Bildern umzusetzen". Gelebtes Leben hinterlässt immer Spuren, die auch in Weis Collagen zu finden sind. Die Werke des Weinheimer Künstlers sind auch sozialpolitische Stellungnahmen, wie zum Beispiel das Bild „No War", in dem auf expressivem Blutrot die Umrisse einer flüchtenden Person eingekratzt, deutlich sichtbar wird. Oder „Sozialstaat", ein Bild, das den gebrochenen Sozialstaat zeigt, dessen Rechnungen einfach nicht mehr aufgehen.
  
Gabriele Schofeld, geprüfte Bildereinrahmerin, möchte auch in Zukunft Künstler einladen, in ihren ungewöhnlichen Räumlichkeiten auszustellen. Zusammen mit fünf weiteren Firmen aus dem Bereich Design, bewohnt sie seit einem Jahr die Räumlichkeiten einer alteingesessenen Wäscherei in Neckarstadt, die sich in 550 Quadratmeter und zwei Häuser aufteilen.
Schofeld ist „fasziniert von diesem uralten Gebäude, das Kunst und Gewerbe so erfolgreich vereint" und möchte das dem Stadtteil Neckarstadt einfach mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Sie weiß von den Problemen der Neckarstadt und hofft, mit der Ausstellung Helmut Weis und den vielen, die folgen sollen einen kulturellen Beitrag leisten zu können, der anderen Geschäftsleuten Mut macht, den Weg in diesen Stadtteilen zu finden. sab

Weinheimer Nachrichten von 03.10.2001
Innere Wege zur geistigen Erkenntnis
Jubiläumsausstellung von der "Reise nach Stavropol" bis zum "Griff nach den Sternen"


Birkenau, (man) In ihrem ausführlichen Einführungsvortrag zur Jubiläumsausstellung des Kultur- und Verkehrsvereins Birkenau brachte Aloisia Föllmer ihrem aufmerksam zuhörenden Publikum „die ernsthafte Kunst" der beiden Aussteller näher. Im Gegensatz zu den dünnen Figuren von Hannes Helmke muss das Alte Rathaus die Wucht der Bilder von Helmut Weis richtig aushalten", meinte die Rednerin einleitend und vergleichend, die harmonische Verbindung der Weis'schen Arbeiten zum historischen Gemäuer des Ausstellungsraumes festhaltend. Die Wucht der neuen Bilder von Helmut Weis drückt sich nicht mehr vorwiegend im dynamischen, expressiven Farbauftrag aus, wie bisher gewohnt, sondern in ihrer massiven Körperlichkeit.
Der Blick wird auf das Bild der Einladungskarte mit den sparsam aufgesetzten Tuffsteinen aus dem Zyklus „Guanchen" - so getitelt nach den Ureinwohnern der Ka-naren - gelenkt. Mit den scharfen Einkerbungen spielt Weis auf die Kratzspuren und Höhlenzeichnungen der Guanchen aus der Urzeit menschlichen Seins an, erzeugt er doch damit und dem Wechsel der Brauntöne den Eindruck von Verwitterung und Verfall.
Die Reise nach Stavropol (nördlicher Kaukasus) und der Besuch eines früheren Staatsgestütes im Spätsommer 1998 bildeten für den Künstler und Besitzer von drei russischen Pferden die Ausgangsposition für die Bilder aus seinem Zyklus „Die Reise nach Stavropol", ein tiefgreifendes Erleben der dortigen Landschaft und nachhallende Begegnungen mit seltenen Pferderassen. So das ausgestellte „blaue Bild" mit einem tief im Dunkel der Farbe verborgenen Pferdekopf.
Helmut Weis, der seine Begeisterung für den italienischen Renaissancearchitekten Andrea Palladio mehrfach bekundet, arbeitet mit Fließestrich, hineingekratzte Zeichen erinnern an die Keilschrift. Seine neuen Bilder (ausgestellt sind in Birkenau derzeit 13 Werke von ihm) zeichnen sich durch rigorose Vereinfachung im Formalen sowie durch das Beruhigende der Flächen aus, wirken durch ihr stilles Pathos - wie das „Diptychon" -, sind von feierlicher, weihevoller Stille, berühren dabei eine fast sakrale Dimension: Bestes Beispiel liefert das „gelbe Bild" aus dem Zyklus „Palladio".

Der künstlerische Weg von Hannes Helmke bewegt sich von zunächst abstrakten Arbeiten langsam hin zur menschlichen Figur und damit umgekehrt wie bei den meisten gegenständlich arbeitenden Künstlern, die sich vom Gegenständlichen zur Abstraktion entwickeln. Seine, Helmkes, figurativen Skulpturen werden durch die Kölner Galerie „ON" vertreten und wurden bislang unter anderem im „Schulz" in Köln, in der Galerie Böhner in Mannheim, im Mannheimer Kunstverein während der Galerietage sowie beim Kunstförderverein in Weinheim gezeigt.
Der Steinbildhauer erstellt seine Figuren im subtraktiven Verfahren, meißelt sie also aus dem Stein heraus, Hannes Helmke geht dagegen additiv vor, aufbauend in Wachs, um sie dann in Bronze gießen zu lassen. Und das ganz im Gegensatz zu Giacometti, mit dem die Helmke-Skulpturen oft (und fälschlicherweise) verglichen werden. Giacometti arbeitet mit einem Modell, bei Helmke ist es die Erinnerung an einen Menschen oder die spontane Idee.
Angesprochen hörten sich „Der Wartende" und „Die Stehenden" von Hannes Helmke (insgesamt sind 16 Arbeiten von ihm im Alten Rathaus zu sehen), die gerne in die Nähe von Figuren anderer Künstler (Rodin, von Mareks und Lehmbruck immer wieder neu interpretiert) gerückt werden. Die Helmke-Skulpturen, aus der Distanz wahrgenommene Gestalten, stellen Figuren dar, die Scheitern, Angst und Verletzlichkeit thematisieren. Sie sind auf ihren schweren Füßen und mit ihren hochgeschobenen Oberkörpern auf langen, fragilen Beinen symbolisch zwischen Erde und Himmel, zwischen Materiellem und Geistigem angesiedelt; die Frage stellt sich: Von der Macht des Eros unberührt?
Körperlichkeit und Entkörperlichung klingen bei Hannes Helmke zu einem Menschenbild zusammen, das Eros und Geist und damit Materie und Geist als labiles Gleichgewicht darstellt.
Beide Künstler arbeiten mit der Ernsthaftigkeit, die die Kunst und das Leben fordern. Sie tragen das in die äußere Wirklichkeit, was sie im Innern - bezogen auf die Realität - erkannt haben. Sie lassen erahnen, was die Kunst im Eigentlichen ist - innere Wege zu geistiger Erkenntnis, zu geistigen Weiten. So veranschaulicht jede Kunst das Goethewort: „Die Welt sinnt in uns über uns nach."
Der Riesenbeifall am Schluss ihres Vortrags zeigte Aloisia Föllmer auf, dass ihre tiefergehenden Einführungsworte von den Zuhörern verstanden worden sind.

Rhein-Neckar-Zeitung vom 06.10.2001
Weis und Helmke stellen aus
Noch bis 28. Oktober in Birkenau

Birkenau, (ro) Es sind Menschen und Relikte von „menschlichen" Landschaften, in denen sich die Skulpturen von Hannes Helmke bewegen. Es sind „gemalte Sensationen" der unspektakulären Art, die Helmut Günter Weis erstmals der Öffentlichkeit zeigt. Beide gemeinsam ergeben eine stimmige Schau im Alten Rathaus, die die Kunsthistorikerin Aloisia Föllmer konzipiert hat. Zu sehen ist die Ausstellung noch an den kommenden beiden Sonntagen, jeweils von 16 bis 18 Uhr.
Empfangen wird der Kunstfreund von zwei großen Skulpturen aus dem Atelier Helmkes. Was sofort ins Auge sticht, ist eine gewisse Verwandtschaft mit Giacometti. Die erweist sich bei genauem Hinsehen jedoch als rein „äußerlich". Helmkes Bronzewerke tragen eine anrührend wirkende „Sensibilität" und ein gewisses „Selbstbewusstsein" in sich. Das muss sich nicht ausschließen, wie die ausdrucksstarken Körper lehren.
Weis hält den Betrachter nicht auf mit keilschrifttähnlichen Begriffen. Seine Farben zwingen durch Nähe und Wärme - anders, als die anonymen Persönlichkeiten Helmkes. Hinter Zyklen wie etwa „Stavropol" vorstecken sich Erfahrungen. In diesem Falle bleibende Eindrücke, die der Pferdeliebhaber Weis während einer Reise durch die kaukasischen Weiten sammelte. Auf denen ist diese uralte Pferderasse zuhause. Ohne auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen, kommt der Besucher der Ausstellung in den Genuss einer Farbgegenwart, wie sie auf kaukasischen Gletschern und Ackerböden offenbar wird. Ureinwohner der Kanaren kommen auch zu ihrem Recht - inmitten prähistorischer Attribute wie Tuffsteinreliefs oder Zwerchfellgravuren (Ropro: Geiger).

Schwetzinger Weitung vom 29.10.2001
Von der Gedankenwelt hinter den Bildern
Vernissage in der Villa Meixner: Helmut Günter Weis stellt aus / Von Höhlenmalerei inspiriert

Brühl. „Die meisten seiner Bilder sind nicht selbsterklärend und die Motive bewegen sieh jenseits der realistischen Abbildung", verriet Gunar Fuchs bei der Vernissage in der Villa Meixner. Die Arbeiten des ausstellenden Künstlers, Helmut Günter Weis, eröffneten „reduziert und abstrakt, ohne sich jedoch vom Assoziativen los zu sagen, Erinnerungen an ihre Gestaltungsanlässe, die sie beherbergen".
Doch auch ohne den erklärenden Hintergrund nehmen die gezeigten Bilder gefangen. Den zumeist großformatigen Arbeiten wohnt eine Mystik inne, die an archaische Malerei erinnert. Vorwiegend mit erdigen Naturtönen, oftmals aber auch im Kontrast dazu mit kräftigem Blau, Gelb und Rot, sind Bilder entstanden, denen man auch ohne die Hintergrundgeschichte anmerkt, dass sie etwas aussagen wollen. Erfährt man dann aber in einer Erklärung des Bildes dessen Genese, die Gedankenwelt hinter dem Bild, dann öffnen sich auf einmal ganz neue, zusätzliche Perspektiven. Die Bilder beginnen zu erzählen und wollen schier nicht mehr aufhören, sogar bildliche Darstellungen zu offenbaren. Die Arbeiten Weis' verraten ihre Geheimnisse wahrlich nicht auf den ersten Blick, auch nicht auf den zweiten, sondern erst nach intensiver Auseinandersetzung mit den Themen der verchiedenen Zyklen „Palladio", „Stavropol" oder „Guanchen". Und dieser Dialog des Betrachters mit Künstler und Kunstwerk führt zu einem spannenden Eintauchen in diese fantastischen Bilderwelten, ohne dass diese dabei ihren ganz eigenen, kreativen Zauber verlieren.
Doch die Arbeiten von Helmut Günter Weis beschränken sich nicht auf die Zweidimensionalität. Er gibt den Arbeiten mit Stücken von Wellpappe, Putz oder Fließestrich, dessen Oberfläche er immer wieder aufreißt und wieder verbindet, Struktur. So entstehen mal glatte, mal spröde, zerkratzte Strukturen. Schmiedenägel wachsen dem Betrachter in gometrischen Anordnungen aus den Bildern entgegen, Seile, Gurte, Decken, ja sogar kleine Lavabrocken werden als wichtige Elemente in den Malgrund integriert. So zeugt alles auf diesen Bildern von gelebtem Leben, das seine Spuren in der Erinnerung zurück gelassen hat. Die Bilder schreien geradezu nach einer haptischen Fühlungnahme, nach dem Berühren mit den Fingern, dem Nachfahren der Strukturen. Und das ist bei diese Ausstellung nicht nur nicht verboten, der Künstler lädt dazu ein, die Bilder auch mit dem Tastsinn zu erforschen. „Die Materialien sind darauf ausgelegt, dass man sie berührt - da könnte man sogar mit einem Wasserstrahl drauf halten", verrät er augenzwinkernd. Auch wenn die Bilder von Helmut Günter Weis nicht mehr so impulsiv und gestisch wie in früheren Jahren sind, wie Gunar Fuchs dem Vernissagepublikum erklärte, sprechen die Zyklen noch immer eine ungemein spontane Sprache. Bei den Strukturen, die der Künstler als Triebfeder seiner Arbeiten sieht, spielt stets der Zufall eine wichtige Rolle. Er beeinflusst die Entstehung der Oberflächen nur leicht und lässt ansonsten den Materialien freien Lauf. „Dennoch kommt es darauf an, den Zufall da zu stoppen, wo man ihn erhalte möchte", beschreibt Weis seine ihn immer wieder ungeheuer faszinierende Aufgabe bei der Entstehung dieser Arbeiten. Diese Sprödheit des Malgrundes mit den archaischen Themen des Dargestellten - Reiterei, Keilschriften, Höhlenmalerei, Naturbeobachtungen - geben den Arbeiten einen ganz besonders mystischen Zauber. Diese Urkraft ist sicherlich am schnellsten bei der Arbeit „Gilgamesch" zu erfühlen. In ihr hat der Künstler das älteste Zeugis der Volksepen, den babylonischen Gilgamesch-Epos, thematisiert: Wie eine gewaltige Tontafel erscheint die Arbeit, in deren Oberfläche an Keilschrift erinnernde Symbole eingeritzt sind. Schon versteckter finden sich Urängste in den geritzten Linien von „Gomorrha" wieder. „Eine stilisierte Kralle scheint, Gier und Tod symbolisie- rend, das Bild auskratzen zu wollen", assoziierte Gunar Fuchs beim Vernissage-Rundgang. Es sind also nicht die schnell vergänglichen Themen, mit denen sich Weis in seinen Bildern auseinandersetzt. Seine Motive strahlen bei aller scheinbaren Vergänglichkeit in der Darstellung eine faszinierende Langlebigkeit aus. Die Arbeiten von Helmut Günter Weis sind noch bis 11. November zu sehen. Öffnungszeiten sind samstags von 14.30 bis 17 Uhr, sonntags 14 bis 17.30 Uhr oder nach Vereinba-rung mit Kulturreferenten Lothar Ertl, Telefon 06202/200321.  

Rhein-Neckar-Zeitung vom 29.10.2001
Die Motive bewegen sich jenseits aller Realität
Der Weinheimer Künstler Helmut Günter Weis zeigt Zyklenbilder in der Villa Meixner - Bilder, die ihre Mystik nicht preisgeben

Von Antje Dreyer-Pultar
Brühl. Als „freie Niederschrift äußerer und innerer Erfahrungen" bezeichnet der Weinheimer Künstler Helmut Günter Weis seine authentischen ürid überzeugenden Werke von malerisch-dynamischer Kraft, welche seine Begeisterung für dichte Farbmaterie offenbaren. Derzeit zeigt der weit über die Region hinaus bekannt gewordene Autodidakt, der auf eine sehr rasche künstlerische Entwicklung zurückblicken kann, Zyklenbilder und Einzelwerke im schönen Ambiente des Brühler Kulturzentrums Villa Meixner.
Die durch Symbolik und Rhythmik gekennzeichneten, von der Reduktion und vom Lichteinfall lebenden, zur haptischen Erfahrung geradezu auffordernden Arbeiten des seit 1984 als Kunstschaffender regelmäßig in Ausstellungen sowie mit Veröffentlichungen coram publico präsenten Helmut Günter Weis zeigen trotz ständig wechselnder innovativer Ausdrucksmittel und Gestaltungstechniken die sehr eigene Handschrift ihres Schöpfers.
„Es ist der geheimnisvolle Prozess des künstlerischen Wirkens: Die Idee, die spontane Umsetzung, das souveräne Spiel mit dem Material, das wiederum eine Eigendynamik erzeugt und den Künstler in den Dialog zu seinem entstehenden Werk setzt", so Laudator Gunnar Fuchs über Helmut Günter Weis bei der Vernissage zu dieser Ausstellung. Seinen bisherigen künstlerischen Weg fand der mitten im Leben stehende Vater zweier Adoptivtöchter, der beruflich nach früherer Ausbildung zum Klischeeätzer heute als engagierter Studiendirektor in den Fächern Kunsterziehung und BWL tätig ist, über erste Zeichnungen in den 80er Jahren, über aggressiv gestaltete informelle Arbeiten und über Alugrafien in den Neunzigern. Sein künstlerisches Schaffen ist geprägt von Mythologien, geschichtlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen, aber auch von ganz persönlichen Vorlieben sowie vom Spaß am experimentellen Umgang mit Farben, Formen und Strukturen.

Nachdem Weis zuvor mit spröderen Materialien wie Wellpappe, Fertigputz und Gips stark impulsive und gestische Bilder schuf, tendiert er momentan in seinen Materialarbeiten mit Fließestrich zu weicheren, sanfteren Oberflächenstrukturen. Bei der gut besuchten Ausstellungseröffnung führte Gunnar Fuchs, Kulturleiter der Stadt Weinheim, zum Wesen und Werk des in Birkenau lebenden und arbeitenden Künstlers hin.
„Die meisten der Bilder sind nicht selbst erklärend, und. die Motive bewegen sich jenseits der realistischen Abbildung. Reduziert und abstrakt, ohne sich jedoch vom Assoziativen loszusagen, eröffnen die Werke Erinnerungen an ihre Gestaltanlässe, die sie beherbergen. Der Titel gibt aber Hinweise auf die Inspiration, auf das, was es zu entdecken gibt.
So kann man tief in die Bilder hineingehen, ohne dass sie aber allzu viel ihrer Mystik preisgeben. Und hier genau liegt eine der außerordentlichen Qualitäten der Werke: Sie lassen nicht los, beschäftigen den Betrachter immer wieder, die Arbeiten verbrauchen sich nicht", so Fuchs. Auf Grund des Erklärungsbedarfs schufen Laudator und Künstler den Vernissagebesuchern in einer gemeinsamen „Kult-tour" einen Zugang zu den einzelnen Exponaten.
Den interessanten Ausführungen war unter anderem zu entnehmen, dass Weis Inspirationen zum Bilder-Zyklus „Die Reise nach Stavropol" während seines Aufenthaltes in der kaukasischen Landschaft fand und ein Urlaub auf den Kanaren Anlass für die Schaffung des Zyklus „Guanchen", einer Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Ureinwohner, war.
Historische Gegebenheiten spielen beispielsweise bei dem von Weis' starker Vorliebe für Symbole geprägten Zyklus „Gilgamesch" die zentrale Rolle, in „Palladio" thematisiert er das Konzept des Renaissance-Architekten Andrea Palladio, mit dem Einzelbild „Gentest" greift Weis das uns alle bewegende Thema „Kinderschändungen und die Aufklärung dieser abscheulichen Verbrechen" auf.
■ INFO: Die sehr sehenswerte Schau dauert bis zum 11. November an. Öffnungszeiten: Samstags 14.30 bis 17.00, sonntags 14.00 bis 17.30 und nach Vereinbarung.

Weinheimer Nachrichten vom 24. 02.2001
Emotionen im Bild
Helmut Günter Weis bei Freudenberg & Co

(dra) In der Finanzabteilung von Freudenberg & Co hängen derzeit 21 kleinere und größere Exponate von beeindruckender Färb- und Formenwirkung. Zeichnerische Elemente prägen sie ebenso wie eine abwechslungsreiche Farbgebung, die von erdigen Tönen bis zu expressiven, reinen Farbergüssen variieren. Die Bilder haben, ohne jeden Bezug zu einer realen Darstellung, dennoch eine unsichtbare Ausstrahlung. Sie sind das Ergebnis von Gefühlen und transportieren Emotionen des Malers Helmut Günter Weis.
Der Künstler bekennt: „Immer dann, wenn mich ein Erlebnis, ein Ereignis emotional erregt, entsteht in mir eine innere Notwendigkeit, malen zu müssen." Das können biografische Lebenseinschnitte, kann aber auch eine Reise sein, wie sie der Pferdefreund Weis vor einiger Zeit nach Stavropol unternahm, der Heimat einer bedeutenden Pferderasse. Kein Tier ist auf den Werken des großen, im Entstehen begriffenen Zyklus' zu sehen. Weis hat nicht die Absicht, die Oberfläche des Erlebten, das rein Sichtbare zu seinem Bildinhalt zu machen. Er will die Gefühle, welche Tiere, Landschaften und Menschen in ihm hervorgerufen haben, sichtbar werden lassen. Wer wie Helmut Günter Weis dem Unsagbaren Gestalt verleiht, bekennt sich zum Tachismus, jenem Malstil, der in den fünfziger Jahren als Tendenz des Abstrakten Expressionismus in Paris seinen Anfang nahm.
Tachisten malen spontan, schnell und außerordentlich konzentriert. Farbflächen, Formen, modellierte Bildsequenzen und zeichnerische Beigaben müssen auf den Punkt gebracht werden, ehe sie für immer im Werk erstarren. Das zeichnerische Element spielt in Helmut Günter Weis' Bildern eine ebenso tragende Rolle wie das Material, das von Pappe, Holz, Holzkohle bis zu Sand, Erde, Putz, Dachpappe und vielem mehr reichen kann.
Der Künstler, von Beruf Lehrer an der Johann-Philipp-Reis-Schule in Weinheim, hat es im tachistischen Stil zu großer Perfektion gebracht, wobei beim Prozess der Entstehung eines Bildes letztenendes auch zu einem gewissen Prozentsatz der Zufall als Gestaltungselement zu rechtfertigen ist.
Die bei Freudenberg & Co arrangierte Bildpräsentation enthält neben Bildern der Stavropol-Serie auch Arbeiten der Aurum-und Gomorrha-Serie, mehrere Einzelwerke und fünf Alugrafien. Besichtigungen der Arbeiten sind nur nach vorheriger, telefonischer Terminabsprache möglich.

 

"Marktplatz"; Ausgabe 1/2001
Vernissage bei den Finanzen
Der Maler und Mensch Helmut Günter Weis
„Der Schweiß-des Schöpfers-pasteilen-am Ärmel-des Himmels lilapurpur-und mohn-samen-farben", mit diesem Zitat aus Roland Geigers Gedicht „Möwenflügel­schläge" vergleicht der Maler Helmut Günter Weis die Farben und Formen im tachistischen Malstil.
„Meine Bilder haben mit dieser tachistischen Malerei sehr viel gemein", fügt er hinzu und meint damit die spontane Aktion, wobei die Aktion im Mittelpunkt steht und nicht das Ergebnis. Die informelle Malerei, „art informel", wie sie im Französischen auch genannt wird, bietet dem Künstler die Möglichkeit, seinen Gefühlen und Emotionen freien Lauf zu lassen. „Die meisten meiner Bilder sind auch so zu verstehen", so der Künstler am Tag der Vernissage im Bau 26 bei F & Co. / Finanzen. „Immer dann, wenn mich ein Erlebnis, ein Ereignis emotional erregt, entsteht in mir die innere Notwendigkeit, malen zu müssen", sagt der 1947 in Hemsbach geborene Weis, der Anfang der 60-er eine Lehre als Klischeeätzer in Mannheim absolvierte. Heute ist er Studiendirektor für Volks- und Betriebswirtschaftslehre und Bildende Kunst an der Johann-Philipp-Reis-Schule in Weinheim. Er ist Fachberater am Oberschulamt Karlsruhe für Betriebswirtschaftslehre und Bildende Kunst (Design) und hat einen Lehrauftrag am Seminar für Studienreferendare in Karlsruhe im Fach Betriebswirtschaftslehre. Als Maler ist er Autodidakt und seit 1984 freischaffend.
Dem Betrachter erscheinen seine Bilder sehr kraftvoll, sie wirken „endgültig". Das mag daran liegen, dass er sie spontan, sehr schnell, in persönlicher Auseinandersetzung mit dem Erlebnis auf die Leinwand bringt. „Für Korrekturen oder Verbesserungen bleibt keine Zeit", sagt er und will damit sagen, dass es „ehrliche Bilder" sind, die nicht nachträglich „geschönt" oder verändert wurden. Das Material, das er verwendet, ist sehr vielseitig: „alles, was man auf die Leinwand bringen kann: Textilien, Pappe, Holz, Holzkohle, Sand, Erde, Putz, Dachpappe, Estrich, Metall", zählt er auf.
Malen bedeutet für ihn immer auch experimentieren. Das zeigt sich auch in den seine Bilder oft beherrschenden Brauntönen, die gleichsam die gesamte Farbpalette reduzieren und die Nuancen einer Farbe betonen. Dies ist Prinzip, so möchte er es. Gleichzeitig verleiht es seinen Bildern Tiefe und bringt durch die Erdverbundenheit das Elementare zum Ausdruck. „Er pointiert damit das Wesentliche", drückt es eine Besucherin der Vernissage aus. Für Weis auch ein Versuch, in die Vergangenheit zurückzublicken, archaische Strukturen aufzudecken, ja, schließlich gelebtes Leben festzuhalten. Spätestens hier stellt sich die Frage nach den zeichnerischen Spuren in seinen Bildern, die eher an Krakeleien aus Kinderzeichnungen erinnern. „Das ist Absicht", sagt er und der Betrachter fragt sich: ist das ein Stück Leben, das dieser Maler und Mensch festhalten, das Kind in sich, das er bewahren will?
Ein weiterer Aspekt springt ins Auge: der Drang zur Monumentalität in seinen Bildern. Fast überdimensional erscheinen die Strukturen, der Betrachter ahnt, das Bild geht weit über seine Grenzen hinaus und hat doch eine konzentrierte Aussage. Vielleicht war das für Weis ein Impuls, auch in Serien zu arbeiten, ein Thema erst endgültig abzuschließen, wenn er es aufgearbeitet hat. Ein Beispiel dafür sind seine Bilder aus seinem neuen Zyklus „Die Reise nach Stavropol". Oberhaupt haben Reisen ihn inspiriert. Seine Arbeiten nach Studienaufenthalten in Italien, Äthiopien, Kolumbien, der Schweiz und Russland zeugen davon.
Die Ausstellung wird noch bis Ende März im Bau 26, 2. OG, zu sehen sein. sy

Mainzer Rheinzeitung vom 05.10.2000
Glück der Erde im Ausdruck der Pferde
Drei Künstler stellen in Galerie am Fischtor aus

Von Christine Marks
MAINZ. Drei kreative Geister schwimmen in einem Farbenmeer, frei von Gegenständen -so präsentiert sich die neue Ausstellung in der Galerie am Fischtor. „Positionen der Moderne - Variationen nicht gegenständlicher Malerei" lautet der Titel der Schau, in der die Mainzer Volksbank gemeinsam mit dem Kunstverein Eisenturm drei moderne Künstler aus Deutschland vorstellt.
Was steckt hinter dem Begriff der nicht gegenständlichen Malerei? „Es soll etwas Gedachtes, Empfundenes konkret anschaubar gemacht werden", beschreibt Dr. Otto Martin, Vorsitzender des Kunstvereins Eisenturm, den Grundgedanken dieser Kunstform. „Der Künstler begibt sich auf die Suche nach Formen und Farben und deren Beziehungen untereinander."
In „Positionen der Moderne" zeigen drei Künstler die Ergebnisse ihrer Expeditionen in die Ausdruckswelt. Der weibliche Anteil des Trios ist Christine Gläser aus Stuttgart. Die Titel ihrer Werke untermalen die Konzentration auf die Ausdruckskraft der Farben, die von ihren Bildern ausgeht: Von „BlauRotGelb" bis „RotGelbGrün" schöpft die Künstlerin aus einer lebhaften Farbpalette. Die Bildfläche gleicht einem vielschichtigen Flickenteppich aus Farbkombinationen, mal horizontal, mal vertikal gepinselt.
„Durch das Hinter- und Nebeneinander vieler Farbtöne stellt sich die Illusion räumlicher Tiefe ein", so Dr. Martin in seiner Einführung. „Der Betrachter meint, in die Bilder eintreten zu können."
Für Helmut Günter Weis liegt das Glück dieser Erde im Ausdruck der Pferde. So fasziniert war er bei seiner „Reise nach Stawropol" von der Schönheit der Achal-Tekkiner, einer Vollblutrasse aus der turkmenischen Steppe, dass er ihnen einen Zyklus von 50 Bildern widmet, „Die Bilder erinnern mit Symbolen und Materialien an meine Erlebnisse im Staatsgestüt in Stawropol", erzählt der Birkenauer zu seinen Werken.
Und wirklich sind die Vierbeiner in allen Bildern der Reise gegenwärtig: hier ein Hufabdruck, dort ein Strick an einem Brett befestigt und überall erd- oder fellfarbene Töne.
Während die Collagen von Weis mit sprühender Energie den Betrachter aufwühlen, strahlen die sanften Farben und Übergänge der Bilder von Axel Höptner pure Harmonie aus. Im Gegensatz zu seinen Mitausstellern lässt Höptner nicht mehr als zwei Grundtöne die Bildfläche bestimmen. Ganz zart gehen die Pinselstriche ineinander über, und die Farben laden ein, sich auf ihre feinsinnige Wirkung einzulassen.
Als „primäre Gestaltungsweise" bezeichnet Martin die Technik des Malers: „Der Künstler versetzt sich zurück an den absoluten Neuanfang. "
■ Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 22. Oktober, in der MVB-Galerie am Fischtor, Rheinstraße 46, zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 18 Uhr, Donnerstag, 15 bis 19 Uhr, sowie Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Weinheim aktuell-Woche 47 vom 24.11.2000
Galerie in der Cafeteria
Vier Künstler-vier Welten

(ng). Am Sonntag wurde bereits die zweite "Galeria in der Cafeteria" im Kreispflegeheim Weinheim eröffnet. Wieder einmal präsentierte der Kunstförderverein Weinheim e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kreispflegeheim die Werke von vier Künstlern aus unserer Region. Die Cafeteria war schon immer eine Stätte der Begegnung für Bewohner und Gäste des Kreispflegeheims und steht somit als Symbol für die weitere Öffnung nach außen. Durch die Kunst soll eine Brücke zwischen dem Pflegeheim und der Bevölkerung gebaut werden.
Die kurze Begrüßung übernahm Franz Bonda anstelle Gert Quitschs, Direktor der Gesundts- und Pflegeeinrichtung des Knein-Neckar-Kreises, der wegen einer Erkältung seine Eröffnungsrede nicht halten konnte. Bander stellte die "Galeria in der Cafeteria" als eine Bereicherung des Kreispflegeheims vor. Seelisch kranke Menschen fänden in den Werken der Künstler Trost, während gleichzeitig durch diese Ausstellung ein reger Kontakt zwischen Pflegeheim und Außenwelt erhalten bliebe.
Die Künstler wurden im Anschluss von Ursula Irle-Böhnisch, Vorsitzende des Kunstfördervereins, vorgestellt: Gerhard Richter, dessen drei Keramikwerke die Besucher in der Galeria bewundern dürfen, ist eine "Neuerwerbung" des Kunstfördervereins. Seine künstlerische Karriere begann er mit dem Studium der Kunststofftechnik. Später in der Industrie begann er die ersten Formen zu entwickeln. Die zweite Künstlerin, Ingrid Flora, wurde als sehr temperamentvolle Malerin beschrieben. Ihre drei Pastelle, die in Italien entstanden sind, sowie das Bild des Luisenparks in Acrylfarben vermitteln Lebensfreude und innovatives Handeln. Auch als Lehrerin lobte Irle-Böhmisch das Können der Künstlerin. Die dritte Künstlerin der Eröffnung konnte leider nicht selbst anwesend sein. Jutta von Klösterlein zieht gerade mit großen Teilen ihrer Ausstellung nach Südfrankreich. Sie wirkte schon bei den ersten Ausstellungen des Kunstfördervereins mit. Last but not least wurde Günter Weis vorgestellt. Seine Bilder befinden sich wegen ihres enormen Umfangs im Treppenhaus des Kreispflegeheims. "Seine Arbeiten sind Poesie", beschrieb Ursula IrleBöhnisch seine Kunstwerke. "Es sind verfremdete Bilder, über die man sich Gedanken machen muss!"
Zum Abschluss der offiziellen Eröffnung der Galeria stiftete Gudrun Wassermann-Buschan dem Kreispflegeheim sowie dem Kreiskrankenhaus in Weinheim zwei Bilder.



Mannheimer Morgen vom 21. 12. 99
Irritationen der Bilder machen neugierig
Künstler Helmut Weis stellt seine Werke in der Rathaus-Galerie und der Kulturscheune aus
Viernheim. Die Hingabe an eine vagabundierende Fantasie, für die keine Leinwand groß genug sein kann, kennzeichnen die Arbeiten des 52-jährigen Künstlers Helmut Günter Weis. Leicht machen sie es dem Betrachter nicht, die abstrakten Gemälde, die derzeit sowohl in der Rathaus-Galerie als auch in der Kulturscheune ausgestellt sind - doch wer wählt schon gerne den leichten Weg? Ist dieser nicht gepflastert mit Reizlosigkeit und Langeweile? Die Irritationen, die die Bilder beim Betrachten auslösen, sind Grund genug sich ihnen neugierig zuzuwenden.
Hilfreiche Anregungen dazu erhielten die Besucher der Ausstellungseröffnung von Gunnar Fuchs, der zu den Werken die einführenden Worte sprach. Dabei verwies er auf die Titel der Gemälde, die Hinweise aüi das, was in den Bildern zu entdecken ist, geben. „Mortis et vitae locus", zu Deutsch: „Ort des Lebens und Sterbens" etwa weise viele typische Gestaltungsmerkmale des Künstlers auf. Jedes Detail thematisiert hier den Kreislauf von Leben und Tod. Die Erde als ein Ort der Fruchtbarkeit und der Verwesung.
Der Kreis als organisch erscheinendes Lebensrad mit Speichen, die an leicht gekrümmte eingespannte Körper erinnern - eine Lebensmühle, in die wir unentrinnbar eingespannt sind? Das gesamte Werk ist von strukturierenden Linien durchzogen, ähnlich einem elektronischen Schaltkreis. „Pulsiert hier Energie einer übergeordneten Instanz, die Einfluss auf das Geschehen nimmt?", stellte Gunnar Fuchs die Frage in den Raum. Obwohl einzelne Bildelemente und Symbole leicht zu entschlüsseln sind, bleibt deren Funktion und Beziehung zueinander mystisch.
Allgemein ist auffällig die Verwendung von Symbolen, Zeichen und Platzhaltern. „In jedem Exponat finden wir Kreuze. Sie sind eher als Platzhalter „x" zu verstehen und bieten dem Betrachter die Möglichkeit, seine persönliche Werte einzusetzen", sagte Gunnar Fuchs. Das Symbol des Kreises findet sich in den Serien „Aurum" und „Gomorrha". Es steht, etwas der Bildmitte entrückt, im historischen Sinn für Macht, Gold und Vollkommenheit. Außerdem wirkt der Kreis als unmittelbares gestalterisches Element - er gibt dem suchenden Auge ein erstes Ziel.
Die immer wiederkehrende stilisierte Kralle wirkt bedrohlich und scheint das Bild auskratzen zu wollen. Im Zusammehang mit „Aurum", also dem Gold, und dem Sündenpool „Gomorrha" symbolisiert sie die Gier oder verkörpert auch den Tod - erinnert sie schließlich auch an eine Skletthand. Einen rein persönlichen Hinte grund hat die Bildserie „Die Reise nach Stavropol", die in der Kulturscheune zuz sehen ist. Helmut Günter Weis war an dem Ort in Russland, in dem die Pferderrasse „Achal Tekkiner" gezüchtet wird. Beruhigende Brauntöne schaffen hier eine eigene warme Atmosphäre und immer wieder gibt es ideenreiche Collage-Elemente in den Bildern zu entdecken.

Weinheimer Nachrichten vom 03.02.1999
Farbe als Botschaft
Katalog von Helmut G. Weis mit Arbeiten aus vier Jahren
(dra) Wer sich als Maler in die Abstraktion begibt, muß im schier endlosen Kosmos der farblichen, strukturellen und zeichnerischen Möglichkeiten seinen persönlichen Kompaß finden. Der eigene Stil, nach dem Künstler mit stark gestischer Arbeitsweise immer wieder hart ringen müssen, entfaltet sich in Bildtiefen, aber auch in der Art und Weise, wie der Bildgestalter mit seinem stärksten Ausdrucksmittel, der Farbe, umzugehen versteht. Helmut Günter Weis zeigt dabei eine besonders sichere Hand. Ein Band mit 46 Abbildungen veranschaulicht jetzt die Entwicklung, die der in der Weinheimer Berufsschule unterrichtende Künstler in den vergangenen vier Jahren genommen hat.
Kunsthistorikerin Aloisia Föllmer, die neben Kunstkritiker Roland Geiger im Katalog ihre Gedanken zur Kunst des Helmut G. Weis äußert, spricht von einer Befreiung, die in den zurückliegenden Jahren auf der Leinwand erkennbar wurde. Weis' frühe zeichnerischen Anfänge, die aus seiner Lehre als Klischeeätzer resultieren, sind Werken von malerisch-dynamischer Kraft gewichen, stellt Aloisia Föllmer fest.
Der Katalog verdeutlicht mit einer Reihe von Arbeiten aus vier Jahren indessen noch mehr: War der Künstler noch vor vier Jahren von starken Emotionen geleitet, die auch durch die schwierigen politischen Entwicklungen im gerade wieder vereinten Deutschland hervorgerufen wurden, so hat sich seine damals stark expressive Palette in den letzten beiden Jahren spürbar beruhigt. Ohne auf Farbe als Mittel des Ausdrucks zu verzichten, läßt sie Weis in seinen neuesten Arbeiten noch stärker als früher mit Materialien und zeichnerischen Komponenten korrespondieren. Wie sprichwörtlich in der Ruhe die Kraft liegt,, so erhalten auch seine neuesten Arbeiten ihre besondere Stärke aus der Schlichtheit ihrer Komposition.
Bestes Beispiel dafür geben etwa Bilder aus seinem Zyklus „Gomorrha" oder „Aurum" sowie das Bild „Anna". Letzteres gekennzeichnet von ausdrucksstarker Transzendenz.
Aber der Maler in Helmut G. Weis übertönt den Zeichner noch immer mühelos, wenn es das Thema verlangt. Etwa dann, wenn sich auf Arbeiten wie „Erotisierendes X" oder „Gebrochene Unschuld" leuchtendes Rot ausbreitet und wieder für starke Empfindungen steht, wie 1994, als Weis im Bild „Hoyerswerda" seine Ohnmacht über menschenverachtende Taten zum Ausdruck brachte.
Helmut Günter Weis wurde 1947 in Hemsbach geboren. Der Oberstudienrat an der Johann-Philipp-Reis-Schule in Weinheim begann 1984 auszustellen, beteiligte sich regelmäßig an den Jahresausstellungen des Weinheimer Kunstfördervereins und wurde in Weinheim und Umgebung auch durch mehrere Einzelausstellungen bekannt. Seine letzte größere Präsentation hatte er dieses Jahr in der Galerie des Kreiskrankenhauses durch den Rhein-Neckar-Kreis.
Wer sich für den Kunstkatalog von Helmut G. Weis interessiert, kann sich mit dem in der Birkenauer Goethestraße 3 wohnenden Künstler direkt in Verbindung setzen. Telefon: 34153.

Odenwälder Zeitung vom 5. 10. 99
Das Weis´sche Werk eröffnet dem Betrachter eine Welt, die sich nur unvollständig in Worte fassen lässt.... Seine vielschichtige Mischtechnik, aber auch die hintergründigen abstrakten Motive und die zum teil großen Formate lassen die Bilder schon auf die Distanz wirken. Aus der Nähe eröffnen sich dem Betrachter raffiniert gestaltete Oberflächenlandschaften, die zur haptischen Erfahrung verführen.... Vielleicht kann man den Künstler nicht als einen Maler, sondern als einen bildenden Choreographen bezeichnen, wie es der Heidelberger Kunsthistoriker Roland Geiger gerne tut.

Weinheimer Nachrichten vom 27.02.1999
Wände der Klosterkirche in Cavaillon geben Kunst idealen Rahmen / Werke von zwölf Weinheimern in der Partnerstadt
(dra) An den Wänden der Chapelle du Grand Couvent im Zentrum von Cavaillon kommt manches Bild erst so richtig zur Geltung. Fast musealen Charakter hat die Klosterkirche aus dem 17. Jahrhundert zu bieten, wo seit einer Woche 24 Exponate von zwölf Weinheimer Künstlerinnen und Künstlern einen kulturellen Austausch zwischen den Partnerstädten markieren; gewissermaßen eine stilistisch vielfältige Entgegnung des Besuches französischer Künstler in Weinheim, die vergangenen Sommer anläßlich der Feiern zum vierzigjährigen Bestehen der Partnerschaft im „Waldschloß" ihre Arbeiten präsentiert hatten.
Gunnar Fuchs, Leiter des Kulturbüros, und Klaus Grieshaber vom Vorstand des Kunstfördervereins Weinheim waren begeistert von der Präsentation. „Ein großartiger und stilvoller Rahmen für die Ausstellung", meinte Grieshaber bei der Vernissage vor rund 120 Besuchern, unter ihnen Cavaillons Bürgermeister Maurice Giro und Kulturdezernentin Nicole Bouisse. Weinheims Erster Bürgermeister Rudi Glock äußerte für die Gäste die Hoffnung, daß nicht wieder 14 Jahre ins Land gehen mögen, ehe es eine Weinheimer Kunstpräsentation in Südfrankreich geben wird. Von den sechs Künstlern, die im Oktober 1985 erstmals den direkten Kunst-Aus­tausch mit der Partnerstadt gepflegt hatten, sind diesmal wieder Ingeborg Zotz und Lothar Griesbach vertreten. Gudrun Eberle-Vater stand Fuchs und Grieshaber beim Aufbau der Ausstellung hilfreich zur Seite und ebenso Exponate in Cavaillon wie Joe Hackbarth, Loraine Heil, Helga von Jena, Jutta von Klösterlein, Michel Meyer und Stefan Matussek.
Auch die beiden größten Arbeiten der Ausstellung, gestisch abstrakte und ruhige Bilder von Helmut Günter Weis und Horst Busse, können im hohen und architektonisch reizvollen Ambiente stilvoll präsentiert werden. Und die expressive Malerei von Heiko Hofmann könnte sich fast keinen besseren Ort zur Präsentation vorstellen.
Bunte Plakate weisen im Zentrum Cavaillons auf das Kunstereignis aus der deutschen Partnerstadt hin. Kulturdezernentin Nicole Bouisse war ebenso wie Maurice Giro außerordentlich beeindruckt von der Qualität der gezeigten Werke, zu denen auch eine Stele von Horst Busse gehört und in die das der Stadt Cavaillon gestiftete Glasfenster von Joe Hackbarth sozusagen eingebettet ist. Das Fenster hat hier seinen festen Platz und bekam sozusagen bis zum 21. März Besuch aus der Heimat.

Die Kunstausstellung in Cavaillon ist eine Essenz aus der Jahresausstellung „Kunst aus Weinheimer Ateliers", die der Kunstförderverein ab November in der Volksbank veranstaltet hatte. Eine kleine
Kommission mußte die schwere Auswahl treffen, welche Werke mit nach Frankreich genommen werden sollten. Für Weinheims Kunstszene eine weitere Imageförderung durch Stadt und Kunstförderverein, welcher im kommenden, Monat einen neuen Katalog über Weinheims Künstler herausbringen will.

Weinheimer Nachrichten vom 05.11.1998
Emotionen auf Metall gebannt und dann gedruckt
Helmut G. Weis stellt Alugraphien vor

RIMBACH (hs). „Gespräch in Rot", „Brief H" oder Verbaute Freiheit": Diese Titel hat Helmut G. Weis einigen Drucken gegeben. Für die Alugraphien werden mit einem Fettstift oder einem fetthaltigen Material Zeichnungen auf eine Aluminiumplatte gemacht. Man könnte dies auch auf eine Steinplatte aufbringen, erklärte Weis, jedoch sei diese als Druckplatte ungemein gewichtig und damit viel schwieriger zu handhaben.

Wenn die Platte mit Wasser befeuchtet wird, wird die fette Farbe vom aufgepreßten Papier aufgenommen. Die Graphik entsteht dadurch, daß der Druckvorgang mit mehreren Platten, die verschiedene Farben enthalten, wiederholt wird, bis das Werk seine abschließende Form erhalten hat. Solche Bilder sind nun in der Galerie ausgestellt und können während der Geschäftszeiten betrachtet werden.
Zur Vernissage begrüßte Gudrun Priemer neben Freunden des Hauses auch den Künstler mit seiner Familie. Er sei Kunsterzieher und Künstler zugleich, temperamentvoll und sensibel. Frau Priemer verglich den Bilddruck mit der Buchdruckerfindung. Häufig werden Druckwerke gegenüber Unikaten abgewertet. Dabei sei die Kunst des Druckens nur eine «andere Möglichkeit des künstlerischen Ausdrucks. Durch Druckformen sei es möglich, mehrere Originale zu schaffen. Auf diese Weise sei es wiederum möglich, Originalgrafiken bedeutender Künstler erschwinglich zu machen.
Helmut G. Weis habe Experimentierfreude und Lust an Überraschungen zu dieser reizvollen drucktechnischen Form geführt. Weiter beschrieb Gudrun Priemer die verschiedenen Druckformen wie Tiefdruck, Hochdruck und Flachdruck. Anschließend ging Weis auf die von ihm geschaffenen Drucke und ihre Herstellung ein.


Rhein-Neckar-Zeitung vom 16. 10. 1998
Die russischen Bilder: Traum in Braun
Arbeiten von Helmut G. Weis in Haus Amend - 350 Kunstfreunde bei der Vernissage
Weinheim. Zur Ausstellungseröffnung von Bildern aus dem Atelier des Birkenauer Malers Helmut G. Weise waren rund 350 Kunstfreunde in die drei Geschäftsetagen der Firma Amend, Bergstraße 103 gekommen. Und diese sahen die ganz und gar ungewöhnlichen Bild-Objekte des Künstlers. Malereien,
die an der Hand nahmen, und Bilder, die sich passagenweise „förmlich" erschließen. Nichts wäre selbstverständlich, wenn nicht alles Resultat, ja Ergebnis von Erkenntnis wäre.

Helmut G. Weis zeigt in dem architektonisch wie rationell bestechenden Bauwerk rund 35 Bilder.
Grundsätzlich muß man wissen, daß Weis, der als Künstler Autodidakt ist, die beiden Töchter des Firmeninhabers in „Kunst" unterrichtete. Eine der beiden, Gisela Amend, hatte - heute Innenarchitektur-Studentin - kreativ, wie sie ist, auch gute Einfälle, was die Präsentation der einzelnen Werke betrifft. Ich habe selten eine so gut präsentierte Schau gesehen, eine Ausstellung, in der Ambiente im allgemeinen und Umfeld der einzelnen Bilder so alles berücksichtigend verarbeitet wurden. In der Tat: ein Gesamt-Kunstwerk, zu dem die Details wie Pfefferkörner verschiedener Farben, Gewürze, Blumen, ja einzelne Gerüche beitrugen - etwas, das Laune macht.

Und um die Ecken gehend, den Blick hebend, an einer Säule vorbeisehend, begegnet man jetzt immer wieder diesen freiatmenden Kompositionen. Bei den großen Formaten der „Aurum", „Gomorrha" oder „Die Reise nach Stawropol" handelt es sich um die letzten des Künstlers. Bilder, die von einem Aufenthalt im dem Staatsgestüt in Rußland entstanden sind.

Man muß diese russischen Bilder sehen, diese Brauns der unterschiedlichsten Tönung, hier wurden Farben herausgestreichelt und hineingetrieben, glänzend poliert und matt gestriegelt - wir sind beim Pferd, das allerdings nur einmal ungewiß wie eine Gewitterwolke im Umriß in Erscheinung tritt. Und doch: Täusche ich mich, oder wurde da nicht etwas Ähnliches wie der Nachhall eines imaginären Wieherns laut? Es ist ein Geheimnis um diese Bilder. Aber nicht nur um die russischen. Auch die anderen, die sehr frei an unsere Erinnerungen gelehnten Bildfetzenfragmentteile wirken direkt auf unsere Phantasie, buchstabieren einen Faktor an und überlassen uns dann - ein Rad, ein geometrisches Gespinst, ein ungefähres Dreieck, ein Kreis von schwerem Gewicht - immer wieder wird der Betrachter „aufmerksam aufgestöbert", in Unruhe versetzt, seine eigene Kreativität angeregt von Farben, die verlaufen, aufgefangen werden, ein Eigenleben entwickeln und sich verdichten.
Roland Geiger

Weinheimer Nachrichten vom 12.10.1998
Visionen vermitteln
Ausstellung mit Werken von Helmut Günter Weis
(igi) Wenn ein bildender Künstler nicht nur sieht, sondern weit in die Tiefen schaut und der Vordergründigkeit naturalistischer Wirklichkeitsdarstellungen flieht, dann entstehen Arbeiten wie die abstrakten, expressionistischen Bilder von Helmut Günter Weis, die im Hause Amend in der Bergstraße 103 präsentiert werden. Bei der Ausstellungseröffnung gelang es Aloisia Föllmer in ihrer Ansprache, die Brücke zu schlagen zwischen Design, in dem sich Kreativität und Funktionalität verschwistern, und den von Farben, Materialien und Formen geprägten, meist sehr großflächigen Bildern von Helmut G. Weis, die allein der inneren Notwendigkeit des Künstlers gehorchen.

Diese Ausstellung im Hause Amend, zu deren Eröffnung eine riesige Gästeschar gekommen war, ist ein besonderes Erlebnis: Zwischen Gegenständen des täglichen Gebrauchs, in hochwertiger Ausfertigung und edlem Design, nehmen die Bilder von Helmut G. Weis ihren Platz wie selbstverständlich ein, obwohl sie, oder gerade weil sie in krassem Gegensatz zu ihrer Umgebung stehen. Hier das Perfekte, Geordnete, dort die Zerrissenheit des Künstlers, dessen Bilder in ihrer Farbkomposition Visionen vermitteln.
Tatsachen erhalten auf den Bildern nur insoweit Bedeutung, als daß die Hand des Künstlers allem Anschein nach stets durch sie hindurchgreifen und vermitteln, was hinter ihnen steht. Geradezu spürbar wird dieses Ansinnen bei Bildern wie „Kommunikation" oder „Fabrik".


Die Intentionen von Helmut G. Weis werden auf seinen Bildern, die mit Hilfe von Wellpappe und dicken Farbschichten auch reliefartig gestaltet sind oder unter Verarbeitung weiterer Materialien zu Collagen werden, häufig unterstrichen durch den auf schwarz, weiß und braun reduzierten Farbdreiklang. Der Künstler dringt in die unbewußten Tiefen des menschlichen Geistes - „Abwehr", „Spurensuche" - denen er im Zusammenspiel von Linien und Farbe als autonomen Bildelementen Gestalt gibt. Dabei läßt er sich sowohl von der Dynamik impulsiver Linien als auch von seiner Begeisterung für dichte Farbsubstanzen leiten: Die Bilder aus „Gomorrha" stehen dafür genauso wie die Serie „Aurum". Daß ihm aber auch das Kontrollierte, Filternde in seiner Kreativität wichtig ist, zeigt der Künstler unter anderem bei seinen Materialdrucken „Gaze" oder „Joghurtbecher". Es gibt viele Spuren in dieser Ausstellung, die einem die unterschiedlichsten Wege weisen zu der impulsiv abstrakten Malerei von Helmut G. Weis. Beachtung verdient auch der im Rahmen dieser Ausstellung vorgestellte Katalog, in dem über die Arbeit des Künstlers seit 1994 informiert wird.

Mörlenbacher Tageblatt vom 22. 10.1997
Ausstellung von Helmut Günter Weis in der Sparkasse Mörlenbach
Schon seit 1. Oktober sind die Bilder von Helmut Günter Weis zu be­wundern und werden dies noch bis 30. November sein. Anlässlich der „Midisage" begüßte Der Zweigstellenleiter Theo Kap­pes die zahlreichen Gäste aus dem öffentlichen und kulturellen Le­ben, unter anderen auch Hans-Georg Junginger (MdL) aus Wein­heim und viele interessierte Besucher. Der besondere Gruß galt na­türlich dem Künstler, dessen Vorstellung sich dann der Gastgeber auch selbst vorbehalten hatte.

Seit 1984 stellt H. G. Weis seine Werke aus. Dabei führte es ihn nicht nur in zahlreiche öffentliche Einrichtungen und namhafte Galerien in Baden-Württemberg und Hessen. Auch in Berlin und Magdeburg, in Ausstellungsorten in der Schweiz, in Italien und Frankreich waren seine Bilder schon zu sehen.

Weinheimer Nachrichten vom 3. 11. 97
Im Atelier von H. G. Weis
Kunstförderverein besucht Künstler in Birkenau

Der Kunstförderverein Weinheim setzt die Reihe seiner Atelierbesuche fort. Am Samstag, dem 8. November, um 15 Uhr findet das nächste Gespräch mit Helmut Günter Weis in Birkenau, Goethestraße, statt. Die Leitung der Gesprächsrunde hat Kunsthistorikern Aloisia Föllmer übernommen, Vorstandsmitglied des Kunstfördervereins und exzellente Kennerin der Arbeiten des Künstlers.
H. G. Weis, 1947 in Hemsbach geboren, ist in der Region weit über Weinheim hinaus kein Unbekannter und erfreut sich mit seinen Papier- und Leinwandarbeiten zunehmender Beliebtheit bei Kennern und Sammlern. Zeichnerische Elemente, deren Sensibilität sich mit präzisen Linien thematisch auch in den großformatigen, sehr oft geometrisch mathematischen Bildern behauptet, frappieren durch ihre Aussagekraft.

Als Künstler widmet Weis sich besonders gern sozialen Problemen und - übrigens allein auf weiter Flur - auch der Benennung politischer Probleme, wie es sonst keiner hier tut. Allegorien, Mythologien und die Faszination von Zahlen im Zueinander von Welträtseln kennzeichnen zunehmend seine frischen Arbeiten und faszinieren den Betrachter.

Interessenten und Mitglieder sind eingeladen, den Künstler hautnah zu erleben und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Man fährt nach Birkenau auf der B 38 und biegt dann nach der Ampelanlage linker Hand in die Goethestraße Nr. 3 ein.

Mannheimer Morgen vom 5./6. 7. 97
Flächen, Spuren und Linien werden in die Bildinhalte eingetragen. Einmal sind sie mit expressiver Spontanität hingeschleudert, dann wieder exakt auf den Malgrund plaziert. Diese Werke beziehen ihre Kraft durch Lebens-Zeichen, durch Verletzungen und Brüche. Der Maler schafft Wunden und Narben, fügt den Bildern Zeichen des Lebens bei.

Rhein Neckar Zeitung vom 12. 9. 96
Ungemein dichte und dabei lichte Mischtechniken, hingeschrieben wie penibel notiert,...Diese Bilder entfachen regelrecht...Sie verblüffen und sie alamieren in einen Schein hinein.

Weinheimer Nachrichten, 9. 9. 96
Mal ist er so virtuos in seinen Bildern wie Beethoven in seinen Kompositionen, in anderen Werken nimmt er den Drive der Farbe fast völlig heraus, konfrontiert den Betrachter mit meditativen, stillen Inhalten. Helmut G. Weis präsentiert sich in seiner Ausstellung als tempramentvoller, aber auch als sensibler Maler mit zeichnerischen Nebenklängen. Außergewöhnlich sind Weis´ Werke durch eine mystische, sphärische Ausstrahlungskraft

Weinheimer Nachrichten vom 20. 9. 95
Unmittelbare expressive Entäußerungen nennt der Heppenheimer Horst Roland die Weis´ Spurensicherung. Die Bilder sind Chiffren und Symbole, die dem einzelnen zeigen, was nicht erfahren werden kann.

Weinheimer Nachrichten vom 09.09.1994
Apelle an die Vernunft
Ausstellung mit Bildern von Helmut G. Weis in Laudenbach

(H.B.) Wie Signale, wie Appelle an die Vernunft wirken die Bilder von Helmut G. Weis. Sie leben aus einem Zusammenspiel von Farbe, Material und Zeichnung, voller Form und Formlosigkeit, voller Eigenwilligkeit. Unter dem Titel „Neue Ölbilder und Materialarbeiten" präsentiert der Kunstkreis Laudenbach eine Auswahl dieser Werke vom 18. September bis zum 27. Oktober im Rathaus Laudenbach.
Helmut G. Weis wurde in Hemsbach geboren, wohnt heute in Birkenau und ist Oberstudienrat am Wirtschaftsgymnasium Weinheim. Er hatte vor seinem Studium der Volkswirtschaftslehre schon eine Lehre als Klischeeätzer abgeschlossen und sich später durch Radier-und Bildhauerkurse in Worpswede und Kleinniedesheim künstlerisch weitergebildet. Bekannt geworden ist er allerdings zuerst mit Bildern, die man als figurativ, literarisch und gesellschaftskritisch bezeichnen kann. Schon in dieser Zeit, aber auch während seiner zweiten Schaffensperiode, die Weis selbst als Spielerei mit Farbe und Bewegung bezeichnet, machte er sich einen Namen durch Einzel- und Gruppenausstellungen vor allem in Weinheim, aber auch in Frankreich und der Schweiz.
Horst Roland aus Heppenheim wird mit seiner Eröffnungsrede am Sonntag, 18. September, 11 Uhr die Besucher in das Werk und die künstlerischen Ideen von Weis einführen. Der Künstler selbst wird während der Vernissage auch anwesend sein und interessierten Kunstfreunden über die Bedeutung seiner Strukturen und Materialien Auskunft geben.

Rhein Neckar Zeitung vom 28. 12. 90
Diese Formen sind weder bedrohlich, sie sind neu. Auf einer Ebene, wohin man ihnen einfach nicht zu folgen vermag. Nicht gequält, nichts gemaßregelt, nichts glücklich, die für uns Menschen am ehesten nachvollziehbare Regung ist eventuell die Nachdenklichkeit, was aber mit ihrer Entrücktheit zusammenhängen kann.



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Bild "hoyerswerda", Mischtechnik auf Leinwand von H.G.Weis Der Maler H.G. Weis bei der Erklärung seiner Werke.